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Große Gärtner in der Geschichte: Ihren Weitblick bestaunen wir noch heute

Menschen, die ihren Beruf als Berufung empfinden, erlangen in ihrem Metier oftmals große Berühmtheit. Das gilt vor allem in Berufen, die von vielschichtiger gesellschaftlicher Bedeutung geprägt sind. Künstler, wie etwa Maler, Musiker und Schriftsteller, zählen ebenso dazu wie Wissenschaftler und Ärzte – aber auch berufene Vertreter der grünen Branche. Viele Gärtner, Baumschuler, Züchter und Gartenarchitekten haben es zu Ruhm und Ehre gebracht, und an manche von ihnen erinnern heute noch Straßen, Plätze und Parks, die nach ihnen benannt sind.

Einer der bedeutendsten deutschen Gartenkünstler war zweifellos Peter Joseph Lenné. Der langen Familientradition folgend erlernte der 1789 in Bonn geborene Lenné den Gärtnerberuf. Nach Abschluss der Ausbildung schickte ihn sein Vater auf Studienreisen, die ihn hauptsächlich nach Süddeutschland und Frankreich führten. In Paris absolvierte er seine Ausbildung zum Gartenbaumeister. 1816 übernahm Lenné eine Anstellung im Hofmarschallamt der Königlichen Schlösser und Gärten in Potsdam. Bereits zwei Jahre später wurde er zum Garteningenieur und Mitglied der Gartendirektion berufen. Auf Lennés Anraten gründete Friedrich Wilhelm III. im August 1823 die Königliche Landesbaumschule und Gärtnerlehranstalten in Schöneberg und Wildpark Potsdam. Zugleich ernannte ihn der Preußenkönig zum Direktor der beiden neuen Institutionen. Lenné hat weit über 50 große Gartenanlagen gestaltet. Zu seinen bedeutendsten Projekten zählen der Tiergarten Berlin (1833), der Zoologische Garten Berlin (1833), der Lennépark in Frankfurt/Oder (1835), der Garten am Schloss Stolzenfels in Koblenz (1836), der Kurpark Bad Oeynhausen (1851) sowie die Flora bzw. der Botanische Garten in Köln (1863). Ein besonderes Merkmal seiner Gartenanlagen und Parks sind die Sichtachsen, mit denen er einzelne Teile der Anlagen optisch verband und wirkungsvoll in Szene setzte.

Vom Hofgärtner zum Gartenbaudirektor

Lennés Vater, Peter Joseph Lenné d. Ä., hat auch die Karriere eines weiteren deutschen Gartenkünstlers eingeleitet. Der 1775 ebenfalls in Bonn geborene Maximilian Friedrich Weyhe erlernte bei ihm den Gärtnerberuf. Weyhe hat mit mehr als 100 Gärten und Parks die Gartenkultur in Deutschland, vor allem aber im Rheinland, wesentlich geprägt. Nach Stationen in München und Wien zog es Weyhe 1803 zurück ins Rheinland, wo er eine Stellung als Hofgärtner in Düsseldorf antrat. Knapp 30 Jahre und etliche Gartenanlagen später wurde er zum Königlichen Gartenbaudirektor ernannt. Weyhes bevorzugter Stil orientierte sich an englischen Landschaftsparks, die zu seiner Zeit modern wurden und die eine idealisierte Natur reflektierten. Zu Weyhes bekanntesten Anlagen zählt der Düsseldorfer Hofgarten sowie die Königsallee (beides ab 1804), die Gärten vieler herrschaftlicher Anwesen von Industriellen in Krefeld, der Park von Schloss Dyck bei Mönchengladbach, der Forstgarten in Kleve (1821) sowie der Melaten-Friedhof in Köln (1826). Weyhe starb 1846 in Düsseldorf und liegt dort auf dem von ihm umgestalteten Golzheimer Friedhof begraben. Bei der Umsetzung ihrer genialen Gartenideen vertrauten Lenné und Weyhe auf die Qualität der Gehölze, die sie aus aus regionalen Baumschulen bezogen. Das hat sich bis heute nicht geändert. Auch moderne Gartenarchitekten und Landschaftsplaner brauchen für die Realisierung ihrer Ideen innovative Baumschulbetriebe, die mit langfristiger Planung die Gehölze kultiviert haben. Heute geht es auch darum, Gehölze zu produzieren, die den Ansprüchen von Klima und Standort ideal entsprechen.

Familienbetriebe passen sich an

Zu den bekannten Persönlichkeiten in der Garten- und Gartenbaubranche zählt auch der Berliner Christoph Späth. Er gründete 1720 am Halleschen Tor eine Obst- und Gemüsegärtnerei und legte damit den Grundstein für die noch heute existierende Späth’sche Baumschule. Der Betrieb ist die älteste Baumschule Deutschlands. Ludwig Späth, der Ururenkel des Gründers, übernahm 1831 den Betrieb und entwickelte die Baumschule zu einem Unternehmen mit überregionaler Bedeutung. 1856 ließ er erstmalig Preisbücher durcken, verschickte sie auch ins Ausland und leitete damit die Exportaktivitäten des Betriebs ein. Bereits sechs Jahre später erschien der erste Handelskatalog der Späth‘schen Baumschule. So wie den Betrieb der Familie Späth gibt es zahlreiche Baumschulen, die seit mehreren Generationen in Familienbesitz sind. Selbstverständlich haben viele dieser traditionsreichen Baumschulen im Laufe der Jahre ihre Sortimente den Marktbedingungen angepasst, aber im Unterschied zu allen anderen Sparten des Gartenbaus sind Baumschulen mit ihren langen Produktionszeit von bis zu zwanzig Jahren auf Kontinuität ausgelegt.

Baumschuler – ein historischer Beruf mit Zukunft

In der Tradition der großen Namen berühmter Gärtner tragen viele engagierte Menschen in rund 3.000 Baumschulen dazu bei, private Gärten mit Qualitätsgehölzen individuell zu gestalten und die Städte durch Parks und Grünanlagen lebenswerter zu machen. Die meisten dieser modernen Baumschuler werden wohl nicht die Berühmtheit eines Lenné oder Weyhe erreichen – und das ist auch gar nicht ihr Ziel. Der Leitsatz der deutschen Baumschulen lautet „Grün ist Leben“, und anders als zu Zeiten Königlicher Gartenbaumeister gilt das jetzt für alle. Grünanlagen, die früher Adeligen vorbehalten waren, prägen das aktuelle Erscheinungsbild der Städte, und Gehölze für den Garten sind heute für jedermann erschwinglich. Das Berufsbild des Baumschulers hat sich während der Jahrhunderte geändert und verbindet nun eine reiche Tradition mit den Anforderungen der Gegenwart, wie zum Beispiel dem Klimawandel. Der moderne Baumschuler muss heute wissen, welche Gehölze in zehn oder zwanzig Jahren in Gärten und öffentliche Grünanlagen gepflanzt werden. Diese lange Zeitspanne kann es dauern, bis ein Gehölz die Größe erreicht hat, mit der es an seinen letztendlichen Bestimmungsort verpflanzt werden kann. Außerdem muss der Fachmann in der Baumschule wissen, welche Gehölze in naher und ferner Zukunft am besten geeignet sind. Dementsprechend passen Baumschuler ihr Sortiment an und fächern ihr Angebot breit. Welche Bäume heute in einen neuen Park gepflanzt werden, entscheidet nicht mehr der königliche Wunsch, sondern ganz praktische Erfordernisse, die der Baumschuler kennt und berücksichtigt. Nichtzuletzt deswegen sind Baumschulen auch in Zukunft unverzichtbare Partner für jeden, der einen Garten gestaltet – sei es der private Gartenfreund oder der Profi, der einen Park plant.

BdB



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